Vinho Verde Travel

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„ Carbonated Vino Verde makes the bridge to a lot of plates“

Carlos Teixeira, Weinmacher des Hauses, winkt seiner Kollegin aus der Ferne zu, dessen leises summen im Weinberg leicht an unsere Ohren reicht. Wir stehen auf der Terrasse des Weingutes und blicken auf den Weinberg, der gleichmäßig den Hügel hinab verläuft. Die Weite liefert das Gefühl oben auf zu sein, jede Bewegung im Blickwinkel zu haben. Im Gespräch mit Carlos Teixera wird mir klar, dass seine Philosophie des Reinmachens genau auf diese Weite baut. Denn im Portfolio gibt es eine Vielzahl von Weinen, die sehr unterschiedlich gedacht sind. Für unterschiedliche Märkte. Das funktioniert sehr gut. Der deutsche Markt will mehr Mineralität im Wein. Also liefert man einen Wein, der mit den Rebsorten, Loureiro, Trajadura und Arinto besteht. Oder man „designed“ einen Wein, der floraler, jedoch auch intensiver wirkt.Die Gesetze des Marktes sind ihm wichtig. So produziert er auch einen Rose, der nur aus der Traube Touriga Nacional gemacht wird, denn einen 100 prozentigen Touriga Nacional in der Farbe rot würde der Markt nicht akzeptierten. Damit zeigt er Kreativität folgt aber dem Gesetz des Marktes.  Bester Wein in der Verkostung: Terra do Minho (Loureiro, Trajadura, Arinto) Aussergewöhnlichster Wein: Terra Do Minho Touriga Nacional Rosé (Tauriga Nacional)

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„We love tradition but we want to push beyond the characteristic of the Alvarinho grape“

Anselmo Mendes, einer der Markenbotschafter der Rebsorte Alvarinho, begann seine Marke in den 80igern zu etablieren. Heute wird er auch Mr. Alvarinho genannt. Sein Betreben ist es, diese Rebsorte in all seinen Charakterzügen zu ergründen. Zu experimentieren. Seine ganze Erfahrung in die Interpretation des Weines zu legen und die Möglichkeiten auszuloten, welches Gesicht er dieser Traube (noch) geben kann. Das man sich von der traditionellen Methode verabschiedet hat keine Kohlensäure den Weinen zuzusetzen, zeigt, dass man überzeugt ist, auf dem richtigen Weg zu sein und den Weinen eine eigene Handschrift zu geben. Das zeigt sich in seinem Weinportfolio, finden wir dort unterschiedlichste Interpretationen der  Alvarinho Weine. Mal wird die Rebsorte als Blend oder auch als Standalone-Wein angeboten. Sie sind durchweg sehr gut ausbalanciert, tief und schmelzig. Dabei ist die Frucht der Spielball, die von exotischen Früchten bis hin zu Eukalyptus, Fenchel und Kräutern. Doch ein quirliger Geist rastet nicht, es braucht immer wieder neue Grenzen, die erobert werden müssen. Anselmo letztes Projekt ist das Experimentieren mit Portwein, obwohl die nördlichste Region Portugals, kurz vor der Grenze zu Spanien, nicht offiziell als Portweinregion deklariert ist. Oder auch der erste Orangewein „Tiempo“ aus der Vino Verdhe Region, der zuerst als 100 prozentiger Orange angedacht war, jedoch etwas gemäßigt wurde und letztlich als 50 prozentiger Orangewein und 50 prozentiger klassischer Alvarinho Traube mit ca. 2000 Flaschen in den Markt kommt. Last but not least versteht er es aber auch, sich vom Alvarinho zu lösen und das gesamte Vinho Verde Gebiet einzubeziehen. Mit seinem Wein Avesso, der in den Regionen Amarante und Baião zu finden ist, elaboriert er 5000 Flaschen, die den Weg in die Weinregale Portugals und der Welt finden werden. Sicherlich gibt es bald wieder eine neue Idee aus dem Hause Anselmo Mendes. Bester Wein der Verkostung: Parcela Unica 2014

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„Tradition is a very powerful value we need to conserve“

Im ersten Moment wirkt José Teixera Coelho auf mich wie ein Mann, der einer adligen Grafschaft entsprungen ist. Vornehm distanziert gibt er mir seine Hand. Doch meine Wahrnehmung ändert sich mit jedem Augenblick, in dem er enthusiastisch über seine Weinberge schreitet, uns sein Familienhaus zeigt, in dem er seine Kindheit verbrachte. Er wirkt nun sehr emotional. Das Land auf dem er steht bedeutet ihm sehr viel. Und die Weine, die er daraus machen will, ebenfalls. Er dekliniert verschiedene Rebsorten in seinem Weinportfolio. Die Weine wirken sehr lebendig und frisch, oftmals mit einen subtiler Kohlensäure, ganz der Tradition folgend. Damit zeigt sich: Er ist ein Traditionalist. Jemand, der daran glaubt, dass das Ursprüngliche zu ursprünglich guter Qualität führt. Mit Stolz zeigt er jeden Wein, die seine Verbundheit zu seinem Terroir zeigen. Nur einmal machte er eine Ausnahme. Für die Familie baute er ein Haus und opferte an der Stelle, an der seine Frau den optimalen Platz für ihr Heim sah, einige Rebstöcke. Bester Wein in der Verkostung: Alvarinho and Avesso

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„We have a different approach regarding the Alvarinho grape.“

Mit über 30.000 Winzern im Vinho Verde Gebiet, die hauptsächlich im Nebenerwerb Weine anbauen und traditionell die Weine für Ihren Eigenverbrauch nutzen, ist es keine Überraschung, dass es auch zahlreiche Winzergenossenschaften (Cooperativas) im Vinho Verde Gebiet zu finden sind. Eine davon ist die Quinta de Melgaço mit ca. 500 Mitgliedern, die jeweils eigene Anteile am Unternehmen halten. Eine Maßnahme die für die Qualitätssicherung ein wichtiger Baustein sein sollte. Die Winzerin Virgínia Raínho möchte die Alvarinho Traube in Ihrer Einzigartigkeit interpretieren. Die Weine zeigen sich überraschend lebendig und animierend. Im Videointerview erklärt sie uns, welche Unterschiede sie zwischen der Albariño Traube aus Spanien und der Traube Alvarinho aus Portugal sieht.<

Bester Wein in der Verkostung: QM Alvarinho Super Reserva Bruto