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Richard Berlin Restaurant Kunst Pierre Klossowski


Richard, Berlin, Deutschland

Richard-Restaurant-Berlin-entrance

Warum schreiben wir über Richard? Wir könnten auch über andere gute Restaurants mit oder ohne Sterne schreiben. Machen wir auch. Aber das Restaurant Richard relokalisiert. In der Kunst, hatte man bis vor Kurzem eine bemerkenswerte Symbiose zwischen Kunst, Speise und Wein vorzuweisen. Hatte?

Keine Angst, hinsichtlich der Kunst es ist nicht Geschichte. Sie ist nur woanders. Was jetzt im Schinkel Pavillon zu sehen ist, sah und wird man wieder im Richard sehen:  Pierre Klossowski mit einem Werk aus seinem berühmtesten Oeuvre „Robert Ce Soir”, hier Roberte au Passage Choiseul.

Das Kunstwerk war der Blickfang des Sternrestaurants und vermittelte durchaus ein immer wiederkehrendes Erstaunen: Vorschrift, Verbot, Leidenschaft und Abwehr, Prüderie und Zügellosigkeit. Alles in einem Werk vereint. Immer stark am Deutungshorizont des Betrachters. Das kann verstören, ist aber ein selbstbewusster Willkommensgruß an die Gäste.

Und es ist ein gut gewähltes Kunstwerk von Hans Richard, Inhaber des Restaurants. Bringt man die gezeigte Thematik des Begehrens, von spiritueller hin zu sexueller Ekstase auf die Ebene von Speisen und Wein, so bewegt man sich im Richard ebenso immer in einer kulinarischen Reise voller subtiler Eindrücke, die seit Januar 2017 Christian Schagerl als Chef de Cuisine auf den Tisch bringt.

Schagerl ist großer Liebhaber der französischen Küche, die er auf leichte, moderne und zeitgemäße Weise interpretiert. Sein Signature Dish ist Skrei von den Lofoten mit Lauchbouillon. „Ich habe mich bewusst für den Skrei, auch Winterkabeljau genannt, entschieden, weil dieser sich nicht auf jeder Speisekarte findet und vor allem oft unterschätzt wird“, sagt Schagerl.

Der Reiz der unterschätzten, ungewöhnlichen Produkte, zieht sich durch seine Menüs. Aktuell auf der Karte bietet das Restaurant Richard unter anderem Kinn vom Iberico Schwein an. Relokaliserung der Küche eben. Neue Ideen bei französischer Küche mit eigener Handschrift.

Und Relokaliserung im Wein. Sommelier Alexander Vögtlin will weg von klassischen Deutschland weiss und Frankreich rot. Dabei wird man etwas tiefer auf autochthone Rebsorten setzen. Dabei führt Alexander Sizilien als Beispiel an und schliesst auf der Welle der “neuen Toleranzen“ die neue Welt nicht aus. Unsere Empfehlungen der noch Weine, die momentan nochaufder Karte stehen seht ihr hier…

1. Les Vieilles Vignes de Sylvaner, Weiss, Domaine Ostertag, 100% Sylvaner

2. Le Soula, Vin de Pays des Côtes Catalanes – Fenouillèdes region, 38 % Sauvignon 35 % Macabeu 19 % Vermentino 6 % Grenache blanc et gris 2 % Marsanne, Roussane, Malvoisie du Roussillon, Chardonnay, 2008

3. Tratto Fino, Tenuta San Giorgio, Merlot (weiss vinifiziert) & Kerner, 2016

Nachstehend zeigen wir Euch einige Kunstwerke die gibt und wieder geben wird. Denn manchmal braucht es einen Abschied, um zu wissen, was und auch wer fehlt… Relokalisierung eben.

Richards:

Das Restaurant Richard eröffnete 2012 in Berlin Kreuzberg und steht seitdem für französisch- kreative Küche in der Hauptstadt. Inhaber Hans Richard wurde am 7. November 1974 in Adelboden geboren. Er studierte Malerei an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel und lebt seit 2000 in Berlin. Seit vielen Jahren setzt er sich intensiv mit dem Zusammenspiel zwischen Kunst und Kochen auseinander und prägt damit die gastronomische Vielfalt sowie die räumliche Ästhetik des Restaurant Richard. Seit November 2015 gehört es zu den 1-Sterne- Restaurants der Stadt.

Die Küche hat seit Januar 2017 Christian Schagerl als Chef de Cuisine übernommen. Der gebürtige Österreicher hatte in Berlin an der Seite von Michael Kempf im 2 Sterne Restaurant Facil im Mandala Hotel gearbeitet. Im Herbst 2015 wechselte er als Souschef nach Aschau zu Heinz Winkler. Er hatte Berlin aber nie ganz vergessen und freute sich über die Möglichkeit als Küchenchef in die Hauptstadt zurückzukehren. An seiner Seite arbeitet Souschef Francesco Contiero.

Das Service Team wird von Restaurantleiterin Aline Kuch geführt. Mit ihr zusammen arbeitet Sommelier Alexander Vögtlin.