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Prosecco DOC –


Prosecco DOC, Italien

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Prosecco ist so Jetzt. Dieser Satz passt wie der Korken in die Flasche. Nicht nur aufgrund dessen, dass er nicht dafür gedacht ist, ihn direkt zu leeren, sondern Prosecco ist en vogue und hat in den letzten Jahren kräftig zugelegt – im Absatz als auch im Preis. Warum das so ist ? Zwischen prickelnden Erfahrungen und neuem ökologischen Enthusiasmus.

Prosecco schlägt Champagner. Zumindest in Zahlen, denn inzwischen wird mehr Prosecco produziert als Champagner. (460 Mio vs. 310 Mio Flaschen) Die gestiegene Nachfrage hat viele Gründe. Prosecco trifft auf den Nerv der Zeit, spiegelt er immediaten Konsum wider, positioniert sich als Lifestyle Getränk und liegt durch Qualitätssteigerungen im „Weniger aber Besser trinken Trend“.

Viel aber kontrolliert 

Um diesen Trend gerecht zu werden, musste eine Regulierung erfolgen. Die markenschutzrechtlichen Verletzungen waren enorm. Wo Prosecco drauf stand, war nicht immer Prosecco drin. Dank der Gründung des Prosecco DOC Konsortiums im Jahre 2009, konnte ein einheitliches Regularium zur Herstellung, Etikettierung, Marketing und Markenschutz erreicht werden. Wichtigstes Verbrauchermerkmal: Es gibt keinen Rosé Prosecco, Prosecco gibt es nur aus der Flasche, das blaue Siegelband des DOC´s umschliesst jede Flasche. Dein Dosenprosecco ist also ein Blender.

Sogar im Prosecco Gebiet selbst wird in der einen oder anderen Bar auch fast 10 Jahre nach der Gründung des Prosecco DOCs immer wieder falscher Prosecco ausgeschenkt, also Prosecco aus dem Tank und nicht aus der Flasche. Logische Konsequenz: Der Prosecco Ranger war geboren. Gibt es ihn wirklich? Ja. Sein Job, viel Prosecco trinken – und Markenschutzverletzungen aufspüren. Man munkelt er soll Chuck Norris sehr ähnlich sehen…

Wandel ist die einzige Kostante – Nachhaltigkeit in der Prosecco DOC

Stell Dir vor, alle wollen nachhaltig sein und Prosecco handelt. Als erstes Weinanbaugebiet der Welt geht Prosecco DOC neue Wege und stellt die Weichen für einen nachhaltigen Weinanbau ab 2018. Erstmals werden Glyphosat, Mancozeb und Folpet als Pflanzenschutzmitteln verboten. Damit handelt Prosecco DOC weit über gesetzlich geforderte Standards hinaus. Was Deutschland und die Europäische Union bis dato nicht geschafft haben, wird durch eine mutige und visionäre Sichtweise trotz einiger interner Widerstände durch die Mitglieder getragen. Bravissimo. 

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Die Wissenschaft hat uns bestätigt: Auch ohne Pflanzenschutzmittel ist ein qualitativ hochwertiger Weinbau möglich.“ Konsortiumspräsident Prosecco DOC Luca Giavi.

Das Nachhaltigkeit keine neue Modeerscheinung ist, beweist die im Valdobbiadene Gebiet gelegene Perlage Winery. Hier wird seit 1985 biologisch und biodynamisch gearbeitet. Mit mehr als 10 Qualitäts- und Food-Safety Zertifikaten gehört die Perlage Winery zu den ersten zertifizierten Proseccos überhaupt. 

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Auch außerhalb der Weinbereitung gehen einige Weingüter einen nachhaltigen Weg. So auch Tenuta Santomé. Durch die auf dem Dach installierten Fotovoltaik Panel gab es seit ihrer Installation eine effiziente Energieersparnis. Tradition im Verbund mit Moderne hat für William Spinazzè, Mitinhaber des Weingutes, einen hohen Stellenwert. Nicht zuletzt beweist das auch der Tai Bianco (Tokaj), der neben dem Prosecco hier eine feste Größe ist und mit seiner 56 Monaten on the lees im Stahltank zu den Besonderheiten des Weingutes gehört.

Prosecco-DOC-William-Tenuta-Santome

Prosecco-DOC-Tenuta-Santome

Prosecco-DOC-Tai-Bianco

Verwandle Dich Glera

Prosecco wird nicht, wie vielmals behauptet, aus der Prosecco Traube gewonnen. Glera heißt die Protagonistin. Auch hier ist die Wahl des Genus dank der Logik und Analogie  der romanischen Sprache sehr zutreffend weiblich. Verspielt, leichtfüßig und voller floraler Aromen. Das typische Bukett vom Granny-Smith-Apfel ist unverkennbar.

Doch Prosecco darf nicht Einheitsbrei sein. Seit einigen Jahren tüfteln viele Winzer daran, unterschiedlichste Interpretationen ihrer Prosecchi zu kreieren. Es gilt, sich nicht nur in der Masse qualitativ zu verbessern, sondern sich im Portfolio von unten nach oben hin kompakt aufzustellen und so Prosecco in der Klaviatur aller Qualitätsstufen zu deklinieren.

Qualitätsstufen

Es ist also keine Seltenheit, dass Hersteller mehrere lokal unterschiedliche Parzellen führen. Viele davon unterliegen der Prosecco DOC Klassifizierung, einige Parzellen liegen in den besten Lagen des Prosecco DOCG Valdobbiadene-Gebiets, der Cartizze. Mit 107 Hektar zählt es zur absoluten Spitze. Und so kann man das Traditionshaus Mionetto, dass im Besitz der deutschen Henkell Gruppe ist, beispielhaft für das reichhaltige Produktportfolio anführen, welches durch alle Prosecco-Qualitätsstufen führt. Sei es Prosecco DOC – das größte und ertragreichste Prosecco Produktionsgebiet. Oder Prosecco DOC Treviso, die durch eine Ortsbezeichnung erweiterte Qualitätstufe (lediglich die Gemeinden Treviso und Trieste dürfen diese Bezeichnung führen) und für höhere Qualitätsstufen stehen. Oder der Conegliano Valdobbianene Prosecco Superior DOCG, die Qualitätspitze des Proseccos.

Porsecco-DOC-Mionetto-Cartizze

Frizzante oder Spumante

Und wie und wie viel darf es schäumen – Frizzante oder Spumente? Beide Schaumweinbezeichnungen gibt es am Markt. Bei der Herstellung von Prosecco
wird dem Prosecco Grundwein im Tank eine Zucker-Hefe-Lösung beigemischt. Die Gärung beginnt. Die bei der Gärung entstandene Kohlensäure kann nicht entweichen, da die Tanks verschlossen sind. Somit verbleibt die Kohlensäure im Prosecco. Spumante ist geboren. Frizzante macht es noch etwas anders – hier wird die Kohlensäure lediglich hinzugesetzt. Eine Differenzierung zwischen Spumante und Frizzante ist optisch leicht nachvollziehbar – Korken Spumante, Frizzante Kronkorken.

Eine Differenzierung zwischen Frizzante und Spumante erfährt der italienische Schaumwein auch lokal. In der Friuli Venezia Giulia (3750 Ha) Region, wird ausschließlich Spumante hergestellt, so Nicolas Pittaro, Familienmitglied und Mitinhaber der Pitars Prosecco Marke. „Spumante hat bei uns in der Region eine große Tradition.“, fügt er hinzu. Und überhaupt scheinen die Prosecchi aus der Friuli Region etwas anders interpretiert zu werden, hin zu einem komplexen Geschmacksbild, auch dank einer höheren Mineralienkonzentration im  Boden.

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„The Friuli area owns more minerality thus Proseccos own more structure“ Linda Barnadon Fantinel Marketing & Communication

Doch auch die traditionelle Methode Prosecco herzustellen („Méthode traditionell“) wird noch gepflegt. Die zugesetzte Hefe und die damit initiierte Flaschengärung nennt sich Colfondo. Colfondo Prosecchi sind trüber und schmecken hefiger. Ganz der Tradition folgend, haben wir  den Colfondo am süssesten Ort der Welt entdeckt: Dem Geburtsort des Tiramisu, im Le Beccherie in Treviso.

Colfondo und ein Stück Tiramisu … und man hat die italienische Staatbürgerschaft fast in der Tasche.

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Prosecco-DOC-colfondo
Top 5 Prosecco

Zum Glück muss man nicht immer ins Prosecco Gebiet reisen, um einen guten Prosecco zu trinken. Wir haben für Euch die besten Prosecco hier gut beschrieben gelistet. Viel Spaß beim prickelnden Erlebnis.

Top 5 Prosecco die Dich begeistern

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© All photos Weinkrake